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200 Forint: veraltete Banknote
200 Forint: veraltete Banknote

Forint – die Ungarische Währung und worauf zu achten ist: Scheine, Münzen

Mehr Schein als Sein? Wo es beim Euro aufhört, fängt der ungarische Forint gerade einmal an, mittlerweile beim 500er-Schein.

Wer kennt noch aus D-Mark-Zeiten den Reiz, eine fremde Währung in den Händen zu halten? Jedes europäische Land hatte andere und oft schöner gestaltete Banknoten als heute. Bei jeder Zahlung im Ausland war zunächst etwas Kopfrechnen gefragt. Und wer große Scheine mochte – in Italien gab es die 1000er bündelweise. Allerdings waren nur für einen Kaffee oder eine Cola schon mehrere davon fällig.

In Ungarn gibt es noch etwas von dieser Nostalgie und für einen 1000er bekommt man problemlos einen Kaffee, mit etwas Glück sogar einen Gulasch. Durch die ungarische Mitgliedschaft in der EU wird perspektivisch auch der Forint irgendwann durch den Euro ersetzt, aber das geschieht gewiss nicht vor 2020, denn einen Zeitplan gibt es dafür auch noch nicht. Aktuell bekommt man für einen Euro rund 300 Forint. Praktisch erhält der Gast in Ungarn aber meist viel Gegenwert für das getauschte Geld. Der tagesaktuelle Kurs liegt bei:

Gemäß ISO 4217 lautet das Kürzel des Forint HUF und der zugehörige numerische ISO-Code ist 348.

Mein Beitrag zum Geldwechsel in Ungarn erklärt, wie man seine Urlaubskasse am besten mit Forint füllt. Und wer nicht selber zwischen Forint und Euro, Dollar, Franken, Rubel & Co. umrechnen möchte, findet in meinen Währungstabellen aktuelle Kurse und praktische Hilfe.

 



Die aktuellen Forint-Banknoten

Forint Banknoten

Aktuell gültige Forint-Banknoten

Forint-Scheine sind derzeit in den Größen 500, 1.000, 2.000, 5.000, 10.000 sowie 20.000 Ft im Umlauf, was umgerechnet etwa von 1,70 Euro bis knapp 70 Euro reicht.

  • 500 Forint: Der rotbraun gehaltene Schein zeigt Fürst Ferenc II. Rákóczi sowie auf der Rückseite die Burg Rákóczi in Sárospatak. Es ist der einzig gültige Schein, der noch keinen Hologrammstreifen auf der linken Seite hat.
  • 1.000 Forint: Der blassblaue Schein zeigt König Matthias (Mátyás Király) sowie auf der Rückseite den Herkules-Brunnen aus Visegrád. Je nach Ausgabejahr kann der Hologrammstreifen kupferfarbig oder silbern sein. Etwas ältere Ausgaben des Scheins sehen nahezu identisch aus, haben aber noch keinen Hologrammstreifen. Diese Scheine werden meist nicht mehr akzeptiert. Sie können aber grundsätzlich noch bis zum 31. August 2027 bei der ungarischen Nationalbank umgetauscht werden.
  • 2.000 Forint: Der Schein ist in fahlem Braun gestaltet und zeigt auf der Vorderseite den Fürsten und Feldherrn Gábor Bethlen, auf der Rückseite ihn zusammen mit Wissenschaftlern. Hinweis: Ab März 2017 gibt es für 2.000 Forint eine neue Gestaltung mit erweiterten Sicherheitsmerkmalen, wie die ungarische Nationalbank am 15.11.2016 vorgestellt hat, siehe http://www.mnb.hu/bankjegy-es-erme/bankjegyeink/megujitott-2000-forintos-bankjegy (bisher nur Ungarisch). Bis 31. Juli 2017 bleiben die alten Scheine im Umlauf und können danach für eine Übergangszeit bis Juli 2020 bei Banken und der Post sowie insgesamt 20 Jahre lang bei der ungarischen Nationalbank umgetauscht werden.
  • 5.000 Forint: Auf dem türkis und violett gehaltenen Schein ist der Staatsreformer Graf István Széchenyi dargestellt und auf der Rückseite das gleichnamige Schloss in Nagycenk. Hinweis: Demnächst wohl ab März 2017 gibt es auch für 5.000 Forint eine neue Gestaltung, die zwar weiterhin István Széchenyi darstellt, dann aber auf mehr gelbem Untergrund, wie die ungarische Nationalbank am 15.11.2016 vorgestellt hat, siehe http://www.mnb.hu/en/banknotes-and-coins/banknotes/new-five-thousand-forint-banknote. Bis 31. Juli 2017 bleiben die alten Scheine im Umlauf und können danach für eine Übergangszeit bis Juli 2020 bei Banken und der Post sowie insgesamt 20 Jahre lang bei der ungarischen Nationalbank umgetauscht werden.
  • 1000 Forint, alt undneu

    Banknoten zu 10000 Forint, alt und neu

    10.000 Forint: Dieser Schein zeigt den Nationalheiligen und Gründer Ungarns, König Stephan I. (Szent István Király) sowie auf der Rückseite einen Blick über Esztergom mit der großen Basilika. Seit 2014 gibt es eine neuere Gestaltung dieses Scheins mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen.

  • 20.000 Forint: Auf dem wertmäßig größten Schein ist der Politiker Déak Ferenc zu sehen, der 1867 für den Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn sorgte. Die Rückseite des Scheins zeigt das alte Regierungsgebäude von der Pester Stadtseite. Seit 2015 gibt es auch für den 20.000er eine neue Gestaltung mit den erweiterten Sicherheitsmerkmalen. Hinweis: Ab 2017 werden alte Scheine aus dem Verkehr gezogen und sind noch bis Ende 2019 bei Banken und Postfilialen umzutauschen. Danach sind alte Scheine nur noch bei der ungarischen Nationalbank 20 Jahre lang einzulösen.

Ausführliche Informationen zu allen derzeit gültigen Forint-Scheinen und ihren jeweiligen Sicherheitsmerkmalen liefert die englischsprachige Broschüre der ungarischen Nationalbank, die auf der deren Webseite http://www.mnb.hu/en/banknotes-and-coins/banknotes in 2 PDF-Dateien abrufbar ist. Die Broschüre http://www.mnb.hu/letoltes/forint-fuzet-en-2014.pdf informiert über die Scheine von 500 bis 10.000 Forint und die Broschüre http://www.mnb.hu/letoltes/ft-fuzet-2015-en.pdf erklärt den überarbeiteten Schein zu 20.000 Forint.

Gültige Forint-Münzen

Forintmünzen

Aktuell gültige Forintmünzen

Die aktuell im Umlauf befindlichen Münzen haben die Stückelung 5 Ft, 10 Ft, 20 Ft, 50 Ft, 100 Ft sowie seit 2009 auch 200 Forint. Die früher übliche Unterteilung des Forint in 100 Fillér existiert zwar formal, aber wegen des zu geringen Wertes sind schon 1999 alle Fillér-Münzen aus dem Verkehr genommen worden. Seit 2008 erging es den Münzen zu 1 Ft und 2 Ft ebenso. Ab 2012 sind diese auch nicht mehr eintauschbar und somit nur noch ein Souvenir. Schließlich liegt deren Wert auch deutlich unter einem Euro-Cent. Preisangaben im Supermarkt erfolgen aber noch immer auf einzelne Forint. Der Gesamtbetrag wird dann jeweils auf die nächsten 5 Forint gerundet.

  • 200 Ft: Die Münze zeigt die Budapester Kettenbrücke und ist zweifarbig mit geriffeltem Rand, gelblichem Außenbereich und nickelfarbenem Innenbereich
  • 100 Ft: Die Münze zeigt das ungarische Wappen im gelblichen Innenbereich und ist von einem nickelfarbenen Außenbereich mit geriffeltem Rand umgeben. Im Gegensatz zu den anderen Münzen besteht diese aus Stahl mit einem Nickel- beziehungsweise Messingüberzug.
  • 50 Ft: Diese nickelfarbene Münze mit einem glatten Rand zeigt den Würgefalken.
  • 20 Ft: Auf dieser gelblichen Münze mit geriffeltem Rand ist die ungarische Iris abgebildet.
  • 10 Ft: Die nickelfarbene Münze zeigt wieder das Wappen Ungarns.
  • 5 Ft: Die kleinste gelbliche Münze mit glattem Rand zeigt einen Silberreiher.

Veraltete Münzen und Banknoten

Forintmünzen, alt

Alte Forintmünzen

Vereinzelt können Sie noch auf ältere Münzen und Banknoten treffen. Das ist aber selten geworden. Achten Sie darauf, möglichst keine alten 1.000 Ft-Scheine (ohne Silberstreifen) anzunehmen. Die sind zwar noch nicht wertlos, aber offiziell aus dem Verkehr gezogen und werden meist nur noch von der Zentralbank angenommen und umgetauscht. Aber das ist alles kein Grund zum Aufregen. Gegebenenfalls betrachten Sie die 3 Euro als Souvenir.

Aktuell sollte man 2017 noch aufmerksamer sein: Neben den alten Scheinen zu 20.000 Ft verschwinden im Jahresverlauf auch die bisherigen Scheine zu 2.000 Ft und 5.000 Ft. Wer noch alte Scheine hat, sollte diese bald ausgeben oder bei einer Bank umtauschen. Als Reserve nach Urlaubsende sollte man nur noch die neuen Versionen der jeweiligen Scheine mit nach Hause nehmen.

Auf die ganz alten Banknoten von 10 Ft bis zu 5.000 Ft wird wohl kaum noch jemand treffen, da diese schon in den 1990er Jahren aus dem Verkehr gezogen wurden. Die herrlich gestalteten Scheine von 10 Ft bis 100 Ft sind auch bei der Nationalbank nicht mehr einzutauschen und haben nur noch einen Sammlerwert. Dabei zeigt die grünliche Banknote zu 10 Ft den Dichter und Volkshelden Sándor Petöfi. Auf der bläulichen 20 Ft-Banknote ist der Anführer des Bauernaufstandes György Dózsa dargestellt. Die alte Banknote zu 50 Ft zeigt sehr ähnlich zur aktuell gültigen 500 Ft-Banknote Fürst Ferenc II. Rákóczi nach einem Gemälde von Adam Manyoki. Der rötliche alte Schein zu 100 Ft zeigt den Politiker und Freiheitskämpfer Kossuth Lajos.

Alte Forintscheine

Alte Forintscheine 10, 50, 100 Ft

Alle ganz alten Banknoten von 500 Ft bis 5.000 Ft wurden 1999 aus dem Verkehr gezogen und sind noch bis 2019 bei der Nationalbank umtauschbar.

Am ehesten könnten Sie noch einem grünen 200 Ft-Schein (siehe Titelbild) begegnen – vielleicht im eigenen Reise-Portemonnaie. Seit November 2009 ist dieser aus dem Verkehr gezogen, aber noch bis 2029 bei der Zentralbank umtauschbar. Aber auch hier sollte der Schau- und Sammlerwert wohl den Nennwert übersteigen.

Alte Münzen zu 1 und 2 Forint mit dem ungarischen Wappen sowie der Herbstzeitlosen sind seit 2008 ebenfalls aus dem Verkehr gezogen. Noch ältere Forint-Münzen oder gar die uralten seit den 1990er Jahren nicht mehr benutzten Fillér-Stücke finden sich vermutlich nur noch auf dem Flohmarkt.

Auch alte einfarbige Münzen zu 100 Ft oder 200 Ft sind nicht mehr gültig. Die aktuellen Ausgaben sind zweifarbig.

Weitere Informationen zu alten veralteten Münzen und Banknoten bietet die ungarische Nationalbank auf ihren Webseiten. Alle aus dem Verkehr gezogenen Münzen finden sich unter: http://www.mnb.hu/en/banknotes-and-coins/coins/coins-withdrawn-since-1946

Noch umtauschbare Scheine: http://www.mnb.hu/en/banknotes-and-coins/cashier-services-for-general-public/exchangeable-banknotes-withdrawn-from-circulation

Komplett zurückgezogene Scheine: http://www.mnb.hu/en/banknotes-and-coins/cashier-services-for-general-public/banknotes-withdrawn-since-1946

Kurz zur Geschichte des Forint

Der Name Forint leitet sich von der Bezeichnung der im 13. Jahrhundert weitverbreiteten Goldmünze Florin ab, die ihrerseits nach der Stadt Florenz benannt ist. Im Jahr 1325 führte König Karl I. von Ungarn (Károly Róbert) den Forint als Währung ein. Noch bis vor kurzer Zeit zierte sein Antlitz die 200 Ft-Banknote.

In der wechselvollen Geschichte Ungarns gab es zeitweilig auch andere Währungsbezeichnungen bis nach der Hyperinflation des Zweiten Weltkrieges zum 1. August 1946 ein Neustart mit dem Forint als offizielle Währung erfolgte. Wie in vielen Währungen üblich, gab es früher auch die weitere Unterteilung 1 Forint = 100 Fillér. Seit 1999 sind jedoch aufgrund des Wertverlustes keine Fillér-Münzen mehr im Umlauf.

Forintkurs

Kurs des Forint seit 1990

Während zu sozialistischen Zeiten 1988 der Wechselkurs des Forint zur Mark der DDR bei 1:6 lag, erhielt man damals schon für die D-Mark rund 30 Forint oder umgerechnet für 1 Euro / ECU knapp 60 Forint. Ein Schwarzmarktkurs von 1:5 zwischen D-Mark und Ostmark war dort Realität. Nach der politischen Wende Anfang der 1990er Jahre musste sich der Forint ohne äußere Hilfen der Marktwirtschaft stellen. Nach starker Inflation 1990 und 1991 folgte in den 1990er Jahren noch eine weitere Periode der Abwertung. Erst seit 2001 ist der Forint uneingeschränkt konvertierbar und entwickelt sich mittlerweile mit einem ruhigeren Verlauf und moderater Inflation.

Ausführliche statistische Informationen und historische Kurse des Forint bietet die Webseite http://www.mnb.hu/en/statistics/statistical-data-and-information/statistical-time-series/vii-exchange-rates.

Anekdote: Auch für Gäste aus dem damaligen Bruderland DDR gab es den Forint nur mit einigen Hürden, denn der Umtausch zum Kurs von etwa 1:6 war für DDR-Bürger nur sehr beschränkt möglich bis zu maximal 2650 Forint im Jahr. Der zulässige Tagessatz war auf 31 Mark der DDR festgelegt. Zusätzlich gab es eventuell noch einen Berechtigungsschein für weitere 100 Ostmark. Mehr Information dazu bietet die Webseite http://www.herbst89.info/index.php/inhalte-ungarn/173-goulaschkommunismus.

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