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Weihnachtsmarkt Budapest
Weihnachtsmarkt Budapest: Glühweinstand am Vörösmarty tér

Weihnachtsmarkt Budapest – stimmungsvoll ohne Stress

Bereits am 11. November 2016 öffnet der zentrale Weihnachtsmarkt Budapest auf dem Vörösmarty tér. Stimmungsvoll bleibt es bis zum Jahreswechsel am 1. Januar 2017.

„Alle Jahre wieder?“ Das muss nicht sein. Dieser Titel eines schönen alten Weihnachtsliedes aus dem Jahre 1837 ist leider zum abgedroschenen Spruch geworden. Und trotzdem passiert es alle Jahre wieder – die Menschenmengen drängen sich auf überfüllten Weihnachtsmärkten, regen sich über die hundertste Wiederholung von Last Christmas auf und finden den Glühwein zu teuer, aber für die Stimmung nimmt das jeder gerne in Kauf. Wem sein heimischer Weihnachtsmarkt noch nicht voll genug ist, der fährt dann am Wochenende auf einen der berühmten Märkte wie beispielsweise nach Nürnberg.

Weihnachtsmarkt einmal anders

Weihnachtsmarkt Budapest: Glühweinstand

Weihnachtsmarkt Budapest: Glühweinstand

Warum nicht mal etwas anderes kennenlernen? Der Weihnachtsmarkt Budapest zählt zu den schönsten in Europa. Ständig tauchen neue Listen im Internet mit jeweils anderen Siegern auf, zum Beispiel von Buzzfeed. Platz 11 für Budapest ist ja nett gemeint, das Bild zeigt aber nicht den Vörösmarty tér, sondern die Eislauffläche vor der St.-Stephans-Basilika. Aber was nun jeder als schön empfindet, ist Geschmackssache.

Die ungeheure Zahl von 70 Weihnachtsmärkten wie in Berlin kann man hier natürlich nicht ganz erwarten. Die Besucher sind zum Glück auch noch nicht so kommerzialisierte Weihnachts-Freaks, die johlend mit blinkendem Elch-Geweih durch die Straßen torkeln. Wer besinnliche Stimmung sucht und noch nicht ganz vergessen hat, warum wir Weihnachten feiern, der ist hier richtig.

Bisher war der Weihnachtsmarkt Budapest noch nicht überfüllt, bei dem stark steigenden Interesse bleibt das vielleicht nicht mehr lange so. Im Jahr 2015 besuchten ihn immerhin schon mehr als 300.000 Gäste. Aber ohnehin gibt es stets noch einige Gründe mehr, im Winter nach Budapest zu fahren. Meine Empfehlung vom letzten Jahr kann ich fast unverändert wiederholen. Lediglich die Sonderausstellung im Museum der schönen Künste und die Retrospektive des Malers Csontváry gibt es jetzt 2016 nicht mehr.

Glühwein und mehr auf dem Vörösmarty tér

Glühwein aus dem Kessel

Glühwein aus dem Kessel

Weihnachtsmarkt und Glühwein sind untrennbar miteinander verbunden. Das ist auch in Ungarn und Budapest nicht anders. Doch, in einem Punkte ist es schon anders. Der Glühwein kommt normalerweise nicht von Großabfüllern oder gar aus dem Tetrapack, sondern hier wird er handwerklich selbst hergestellt. Wie wird man das wohl in Ungarn machen? Logisch – im Kessel über offenen Feuer. So wird er auch an den Ständen präsentiert und direkt aus dem Kessel geschöpft. Basis ist meist ein leichterer trockener Rotwein, dem nur wenig Zucker zugesetzt wird. Dafür schwimmen Orangenscheiben und Zimtstangen mit im Kessel. Der ungarische Glühwein (forralt bor) ist nicht so schwer und süß, eher frisch, würzig, aromatisch und er wärmt – unbedingt probieren. Teilweise gibt es auch weißen Glühwein und wer ihn verstärken mag, kann durchaus noch einen Schuss Pálinka dazugeben. Preislich bleibt es überschaubar mit etwa 300 Ft (knapp 1 Euro) pro Deziliter, also rund 2,50 Euro pro Tasse. Eine traditionell ungarische Punschvariante ist außerdem Krampampuli.

Strudel (rétes)

Strudel (rétes)

Kürtöskalacs ist eines der beliebtesten Gebäcke auf ungarischen Volksfesten. Das auf Deutsch etwa Baumstriezel genannte Hefegebäck stammt ursprünglich aus Siebenbürgen. Der Teig wird über eine Holzrolle gewickelt und dann auf offenen Holzkohlefeuer zu einem Rohr gebacken und schließlich mit Butter, Zucker, Zimt und manchmal weiteren Dingen wie gemahlenen Nüssen oder Kakao bestrichen und bestreut. Kürtöskalacs sollte man sofort warm essen. Und übrigens: das ist kein rein ungarisches Phänomen. In der Tschechischen Republik und der Slowakei mag man dieses Gebäck auf Volksfesten ebenso, dort heißt es aber Trdelnik und stammt aus Skalica in der Slowakei nahe der Grenze zur Tschechischen Republik. Immer öfter ist dies mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Ein Kürtöskalacs kostet etwa 900 Ft (3 Euro) und reicht durchaus als kleine Leckerei für zwei Personen.

Weiterhin findet man verschiedene Strudel (besonders lecker sind die mit Mohnfüllung, ca. 2 Euro) sowie diverse Süßigkeiten wie zum Beispiel die Marzipankreationen von Szamos.

Grill-Eisbein (Csülök)

Grill-Eisbein (Csülök)

Für den deftigen Hunger gibt es beliebte ungarische Klassiker wie das Csülök. Diese gegrillten Eisbeine hängen oft dekorativ am Stand. Ein ganzes Csülök kostet zwar rund 16 Euro, reicht aber auch für mehrere Personen. Weiter geht es mit Gänsekeulen (liba comb, 2800 Ft, ca. 9 Euro) oder gefülltem Kraut (töltött kaposzta, 2500 Ft, ca. 6 Euro). Seit kurzem neu sind unter anderem in Entenfett geschmorter Kürbis, Lamm-Sandwich und Gänseleberwürste. Insgesamt erstrecken sich die Stände mit kulinarischen Köstlichkeiten auf rund 1200 Quadratmetern in der Mitte des Platzes. Auch wenn die aktuellen Preise keine direkten Schnäppchen mehr sind, ist immerhin die Qualität sehr gut.

Wenn es draußen doch zu kalt wird, wärmt man sich in einem der großen Kaffeehäuser direkt am Platz auf. Quer steht unübersehbar die Fassade des berühmten Cafés Gerbeaud. In der anderen Ecke des Platzes befindet sich neben dem Beginn der Einkaufsstraße Vaci utca das international nicht ganz so bekannte, aber ebenso gute Smazos Gourmet Ház, wo es nicht nur klassische Torten sondern auch die Marzipanvielfalt wie am Marktstand gibt.

Stimmung, Tradition und Handwerkskunst

Duftgestecke

Duftgestecke

Alte Öfen aus Gusseisen oder Lehm, dampfende Kessel, offene Feuer und kreative ländliche Gestaltung prägen das Bild. Düfte von Zimt, Orangen, Räucherware, Glühwein, Tanne und Zuckerbäckerei wechseln sich ab oder vermischen sich gar, und auch die Musik ist irgendwie anders.

Beim zentralen Weihnachtsmarkt auf dem Vörösmarty tér achtet die Stadt Budapest mit einer Jury sehr genau auf die Qualität der mehr als 100 genehmigten Stände. Dadurch ist ein harmonisches Gesamtbild der Holzhütten ebenso gesichert wie eine hohe Qualität der angebotenen Waren. Man legt viel Wert auf authentische Speisen und Getränke, traditionelles ungarisches Handwerk und Volkskunst sowie traditionelle Musik. Billigen Nippes aus Asien gibt es hier nicht.

Bomo Art

Bomo Art auf dem Weihnachtsmarkt Budapest

Die Zahl der Stände bleibt überschaubar, es lohnt sich aber, sich die Dinge genauer anzuschauen. Hier versammelt sich viel Schönes aus Handwerk mit hübschem Beiwerk, viele praktische und nützliche Dinge und sicher auch so manche Geschenkidee, die es so nicht überall gibt. Der weihnachtliche Duft lässt einen unweigerlich an einem Stand verweilen, der aus geschnitzten Orangen, Zimtstangen und Lorbeerblättern gefertigte Duftgestecke anbietet. Durch zugesetztes Orangenöl bleibt dieser Duft darin tatsächlich wochenlang erhalten. Stoffe der traditionellen Blaufärber sind zu Tischdecken, Schürzen und Kleidungsstücken verarbeitet, auch andere traditionell ungarische Tischdecken gibt es in großer Auswahl. Bei warmen Wintersachen wird man ebenso fündig wie bei feinsten Lederhandschuhen, hergestellt in Pécs. Vielfältige Gegenstände aus Keramik dienen nicht nur als Schmuck und Dekoration, sondern sind auch praktisch in der Küche einsetzbar. Selbst der handwerklich hergestellte Teddybär ist hier noch nicht ausgestorben. Kulinarisch sollte man zum Beispiel noch auf Honig und Marzipan achten. Wer schließlich ein paar Dinge zum Verschenken gefunden hat, bekommt am Stand von Bomo Art Budapest (quasi eine Institution in Budapest) gleich noch künstlerisch gestaltete Schachteln, Geschenkpapiere und feine Schreibwaren. Am besten für sich selbst auch noch etwas erwerben.

Übrigens: Kunsthandwerker und Künstler sind persönlich an den Ständen und ermöglichen einen direkten Kontakt der Besucher mit den Kreativen. Die Sprachbarrieren lassen sich meist leicht überwinden. Und noch etwas: Kunsthandwerkliche Produkte sind auf dem Weihnachtsmarkt nicht teurer als zu anderen Jahreszeiten oder an anderen Orten.

Licht-Show am Gerbeaud

Licht-Show am Gerbeaud

Täglich um 17 Uhr wird das nächste Fenster im Adventskalender am Gebäude des Gerbeaud geöffnet. Im abendlichen Dunkel fasziniert eine Lichtschau, welche die riesige Fassade des Gerbeaud immer wieder anders in Szene setzt und dabei oft die bestehenden baulichen Elemente spannungsvoll mit einbezieht.

Auf zwei Bühnen ist täglich für ein abwechslungsreiches Programm an Live-Musik gesorgt. Hier erklingen werktags von 17 bis 20 Uhr und am Wochenende ganztägig Jazz, Blues, Folk, Soul, Klassik und ungarische Musik.
Für Kinder gibt es am Wochenende Puppentheater, Musik und Bastelkurse. Täglich können Kinder Filzen, Flechten, Backen und Kerzenmachen lernen oder auf dem Spielbereich in der Platzmitte spielen. Am 6. Dezember ist um 15 Uhr der Nikolaus zu Gast auf der Bühne vor dem Gerbeaud.

Weihnachtsmarkt Budapest – es gibt nicht nur einen

Stimmungsvoll geht es gewiss auch an der St.-Stephans-Basilika zu. Erst seit 2011 findet vor der mächtigen Kirche ein Weihnachtsmarkt statt. Neben traditionellen Ständen offerieren hier die Streetfood-Anbieter aus Budapest ihre Kreationen. Abends verwandelt eine Lichtschau die Fassade der Basilika. Kinder können die angelegte Eislauffläche dort kostenlos nutzen. Mehr Informationen zum Adventsprogramm auf dem Szent István tér gibt die Seite http://adventiunnep.hu/en/ auf Englisch. Ab 17. November 2016 ist der Markt hier geöffnet. Ein weiteres Highlight für die Adventszeit sind sicherlich die Orgelkonzerte in der Basilika. Details zum Programm liefert hierfür die Webseite http://www.organconcert.hu. Vom Vörösmarty tér oder dem zentralen Deák Ferenc tér aus ist die Basilika mit einem kurzen Spaziergang zu erreichen. Vom Vörösmarty tér aus wählt man aber den kleinen Umweg durch die Deák Ferenc utca und schlendert über den dortigen Weihnachtsmarkt vorbei am Hotel Kempinski.
Seit kurzem präsentiert auch das Luxushotel Gresham Palace an der Kettenbrücke einen eigenen festlichen Markt mit Luxusgütern und Delikatessen von Ende November bis zum 25. Dezember 2016. Gestalterisch wird in diesem Jahr das Thema Winterwald präsentiert. Neben feinen Lederwaren und Parfüm gibt es hier auch das weltberühmte Porzellan aus Herend. Es lohnt sich bestimmt, mal einen Blick in das elegante Innere des historischen Palastes zu werfen, selbst wenn man hier nichts einkauft.
Weiter geht es mit dem Weihnachtsmarkt am Liszt Ferenc tér bis zum 24. Dezember 2016 praktisch mitten auf der Länge des Prachtboulevards Andrássy út dicht bei der Station der berühmten historischen Metro-Linie M1 am Oktogon.

Stand von Szamos marcipán

Stand von Szamos marcipán

Auf der Budaer Donauseite unterhalb des Burgbergs lädt der Várkert Bazár (Burggartenbasar) zu tollen Blicken über Budapest ein, den man mit Glühwein, anderen Leckereien und Unterhaltung durch bekannte ungarische Musik- und Tanzgruppen bis zum 25. Dezember 2016 genießen kann.
Wer etwas mehr Zeit in Budapest hat, fährt in den alten Stadtteil Óbuda und schaut sich den traditionellen Advent in Óbuda auf dem Hauptplatz (Fö tér) an. Dieser Weihnachtsmarkt ist vom 28. November 2015 bis 23. Dezember 2015 täglich geöffnet (Daten für 2016 stehen bisher noch nicht fest). Nach Óbuda fährt man mit der Straßenbahn 1 bis zum Szentlelek tér, nachdem man zuvor mit der Metro M3 bis zur Station Árpád híd gefahren ist. Weitere Informationen zum Adventsprogramm gibt es nur auf Ungarisch unter http://adventobudan.hu/.
Und noch mehr Empfehlungen zu Weihnachtsmärkten in Budapest geben die Webseiten http://www.budapestbylocals.com/christmas-markets-in-budapest.html sowie http://welovebudapest.com/budapest.and.hungary/top.10.christmas.fairs.of.budapest.in.2016 jeweils auf Englisch.

Tipp: Hotels sind im Winter in Budapest oft vergünstigt zu buchen. Das spezielle Programm Budapest Winter Invitation bietet eine Gratisnacht zur Verlängerung an, je nach Hotel gibt es 3 für 2 oder 4 für 3 Nächte. Alle teilnehmenden Partnerhotels erfahren Sie auf der Webseite http://budapestwinter.gotohungary.com/hotels (bisher für 2016 nur wenige dabei). Bei Anfragen über bekannte Buchungssysteme (Suchmasken hier rechts auf meiner Seite) sollte man zunächst für mindestens 4 Tage recherchieren, um die Aktionsangebote nicht zu verpassen.

In unmittelbarer Nähe befinden sich mehrere Luxushotels (Affiliate-Links):

Hotel Kempinski Corvinus *****
Sofitel an der Kettenbrücke *****
Four Seasons Gresham Palace *****

Preislicher etwas günstiger und nach eigener Erfahrung sehr empfehlenswert, wenn auch etwas weiter entfernt, sind unter anderem folgende zwei 4-Sterne-Hotels:

K+K Opera ****
Hotel Astoria Stadtzentrum ****

Praktisches

Adresse des Haupt-Weihnachtsmarktes

Der Vörösmarty tér befindet sich auf der Pester Stadtseite und ist dort das Zentrum! Die Metro M1 hat eine eigene Station am Vörösmarty tér, und die zentrale Umsteigestelle Deák Ferenc tér ist nur etwa 300 Meter zu Fuß entfernt. Wer ein Quartier im Zentrum der Pester Stadtseite hat, geht am besten zu Fuß.

Koordinaten

47,4965°N / 19,0507°O

Öffnungszeiten am Vörösmarty tér

11. November 2016 – 1. Januar 2017
Montag bis Donnerstag, 10-21 Uhr, Händler 10-20 Uhr
Freitag bis Sonntag, 10-22 Uhr, Händler 10-21 Uhr
In diesem Jahr hat der Markt auch am 24.12.2016 von 10-16 Uhr geöffnet, sowie am 25. und 26.12.2016 je von 10-18 Uhr.
In der Sylvesternacht 2016 auf 2017 geht es bis 4 Uhr morgens.
Der Eintritt ist frei.

7 Kommentare

  1. Mensch Peter,

    Deine Seite hat sich wirklich gemacht. Der Weihnachtsmarkt sieht ja gemütlich aus.

    Viele Grüße

    Stephan

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